Das Erlebnis der Geburt heilen

 

 

 

 

Eine Geburt verläuft manchmal nicht so wie wir uns das vorstellen.

 

Überfüllte Krankenhäuser, überlastete Hebammen, gefühlskalte Ärtze/Ärtztinnen.

Hilflosigkeit, Überforderung mit der Situation und Angst.

Das alles bestimmt öfter als wir denken eine Geburt.

 

Meine Geschichte der ersten Geburt möchte ich mit euch teilen, um Mut zu machen das es auch Jahre später nicht zu spät ist diese mit einem guten Gefühl in Erinnerung zu haben.

 


Ich war 20 Jahre jung, keiner in meiner näheren Verwandtschaft oder Freunde hatten ein Baby. So hatte ich bis dahin nur ein paar Mal meine kleine Cousine in den Armen gehalten.

Ich war schwanger, hatte eine einigermaßen schöne Schwangerschaft und eine schnelle Geburt von knapp 2 Stunden.

 

ALLES PRIMA!!! ODER???

 

Könnte man denken. War es aber nicht.

Keiner schaut hinter die fassade...

Über die Geburt machte ich mir vorher rein gar keine Gedanken. Die Natur macht das schon. Ich ging so unbeholfen an die ganze Sache ran. Das war auf der einen Seite gut, auf der anderen Seite war die Geburt ein Schock.

Ein Zustand aus dem ich erst Jahre später wieder herauskam.

 

Man könnte denken das es wunderbar ist wenn man ein Kind in nur 2 Stunden bekommt. Schmerzen die nur 2 Stunden auszuhalten sind, ratz fatz ist die Geburt vorbei und du hast dein Kind. Alles super. Naja so super ist das auch nicht immer.

 

Normal hat der Körper nach und nach Zeit sich darauf einzustellen. Sich zu weiten und dem Baby Platz zu machen. Bei zwei Stunden für die komplette Geburt ist dafür nicht mehr viel Zeit übrig geblieben.

Das Gewebe war hart und der Kopf wollte nicht so schnell raus wie der Arzt das gerne gehabt hätte.

Die Hebamme und der Arzt stritten sich hin und her ob ein Dammschnitt gemacht werden sollte oder nicht. Der Arzt sagte ja die Hebamme nein.

Die Hebamme spürte meine Angst. Sie wusste und spürte wie ich ihr vertraute. Sie war meine größte Stütze.

Wir beide mussten aufgeben, denn der Arzt bestimmt die ganze Sache.

DAMMSCHNITT!

Es war schlimm, es waren Schmerzen die mit dem Geburtsschmerz nichts zu tun haben. Es war die Hölle.


Ich war unter Schock. Mit so einer für mich schlimmen Situation hatte ich nicht gerechnet.

Dieser Schock saß tief. Die ersten 6 Monate mit Baby waren schrecklich. Überfordert mit der Situation, mit mir, mit dem Baby ja einfach mit allem.

 

Hinschauen und heilen

Es hilft nichts wegzuschauen, den gut gemeinten Ratschlägen zu folgen und alles zu vergessen. Irgendwann werden auch diese traumatischen Erinnerungen wieder an die Oberfläche zurück kommen wollen.

Das ich mit diesem Geburtserlebnis mein Problem hatte wusste ich, ran kam ich lange Zeit nicht.

Eines Tages bekam ich den Impuls daran zu arbeiten. Wenn ich ruhig werde und nach innen schaue, frage ich meine Seele immer an was ich JETZT arbeiten soll.

Dieses Mal bekam ich eine Antwort die mich verblüffte, ich sollte diese Geburt noch einmal wiederholen, war sie doch schon Jahre vorbei. Ich sollte sie durchleben genau so wie ich es mir damals vorgestellt hatte.


Viele verletze Anteile kamen zum Vorschein, viele Gefühle die ich bis dahin nicht fühlen wollte. Waren sie doch so schlimm gewesen damals. Auch jetzt beim aufschreiben kommen immer noch leichte Gefühle hoch, der letzte Rest der da ist und will gesehen werden. Respektiert werden. Keines will übersehen werden.

Ich ließ mich also die Geburt noch einmal erleben, von Beginn der Wehen bis hin zu dem Moment als mein Sohn geboren wurde. Ohne Angst, ohne streitende Menschen um mich herum, ohne Dammschnitt.

In Ruhe, Geborgenheit und in Liebe.

Tränen flossen, die Angst, der Druck und die Anspannung durften aus der Situation gehen und Liebe kam in den Raum dieses Erlebnisses.

 

mein kind durch andere augen sehen

Seit dieser Arbeit kann ich meinen Sohn durch ganz andere Augen sehen. Ich sehe ihn an und denke mir WOW, was für ein toller Junge.

Als ob ein Schleiher unsere Liebe die ganze Zeit unterdrückt hätte, der jetzt weg ist.

 

Liebe heilt alles, wir sind Liebe und mit ihr können wir alles verändern.

 

Seih mutig, trau dich Liebe zu sein. Schau in die dunklen Ecken deines Inneren und lass die Dunkelheit gehen.

Dein Herz dankt es dir und in diesem Fall dein Kind auch.


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Kommentare: 2
  • #1

    Kilian (Sonntag, 19 März 2017 12:19)

    Wow schon krass was es in Krankenhäusern für Erlebnisse gibt. Wunderbar zu lesen wie du dieses für dich gelöst hast.
    Ja ich denke es ist die beste Investition die Dinge anzuschauen, die einen von der Leichtigkeit und Lebensfreude trennen...
    Hast du das dann komplett selbst gemacht oder hattest du zu dem Zeitpunkt einen Begleiter, der die Geburt mit dir aufarbeitet?
    Gruß kilian

  • #2

    Zurück zum Herz (Montag, 20 März 2017 09:30)

    Hallo Kilian
    Es ist teilweise unfassbar was so alles passiert in Krankenhäusern. Diese weibliche Kraft die so stark ist wird so unterdrückt und man könnte gerade meinen absichtlich klein gemacht.
    Zu deiner Frage. Ja ich habe es selbst gemacht. Ich war lange Zeit immer wieder in Hypnose unter professinoneller Anleitung und habe gelernt wie solche Erlebnisse heilen können. Heute kann ich es selbst und biete es auch anderen Frauen an ihre Erlebnisse zu klären, damit sie wieder in die Leichtigkeit kommen.
    Viele liebe Grüße