Deinen Rucksack nimmst du immer mit.

 

 

 

 

 

An manchen Tagen möchten wir einfach nur weg. Irgendwohin wo uns niemand findet.

Einfach an einen Ort an dem unsere Gefühle nicht da sind und wir uns auch nicht mit ihnen auseinader setzen müssen.

Gibt es diesen Ort?

Ist es sinnvoll seine inneren Konflikte zu ignorieren?


Ich stand oft an diesem Punkt. Einfach im Bett liegen bleiben, keinen sehen und auch keinen Menschen hören.

Einfach alles ignorieren. Wenn ich micht nicht damit beschäftige dann  ist doch alles gut und ich habe nichts mehr damit zu tun.

 

Eine bestimmte Zeit mag das bei bestimmten "Problemen" auch ganz gut funktionieren. Doch es wird der Punkt kommen an dem das Leben uns immer wieder daran erinnert das es diesen wunden Punkt in unserem Inneren gibt.


Wenn der Rucksack schwerer und spürbar wird


Jeder von uns hat seinen ganz eigenen Rucksack mit sich zu tragen. Der eine trägt schwer daran und der andere evtl. ein bisschen leichter.

Ich kann mich an eine Zeit erinnern in meinem Leben, da war dieser Rucksack ziemlich schwer ohne das ich es wusste. Mir war alles zu viel, ich war ohne Antrieb und ohne Freude. Alle Dinge im Haushalt und mit meinen Kindern habe ich in einem Autopilot-Programm absolviert. Ich wollte nichts unternehmen und wollte einfach nur im Haus bleiben.

Der Gedanke warum ich eigentlich hier bin wurde immer intensiver. Was soll ich hier, warum soll ich leben?

Heute weis ich,  es war eine waschechte Depression.


Egal wohin du gehst, dein Problem kommt immer mit


Egal wohin ich ging, dieses Gefühl der Schwere und Leere kam immer mit. Egal ob ich im Urlaub war, alleine oder in Gesellschaft meiner Familie. Dieses Gefühl kam einfach immer mit. Irgendwann ignorierte ich es einfach. Hauptsache wieder normal sein.

Bis zu einem bestimmten Punkt an dem der Rucksack zu voll wurde.  Er wurde einfach zu schwer.

Durch Vorwürfe in der Familie kam ich an einen Punkt in meinem Lebenan dem es nur zwei Möglickeiten gab.

 

Hier bleiben und sich den Gefühlen stellen oder sterben.

 

Letzteres war keine Option für mich da meine Kinder mich hier im Leben brauchen. Ihnen verdanke ich es, das ich hier blieb.

Mit der Hilfe eines wunderbaren Menschen konnte ich Schritt für Schritt wieder zurück zu mir finden.

Rückblickend war dieser Vorfall in der Familie das größtes Geschenk das ich je in meinem Leben bekommen habe.

Wir finden den größten Schatz - uns selbst

Jeder von uns hat seinen Rucksack einfach immer dabei. Wenn wir ihn Schritt für Schritt auspacken und einzelne Steine herausnehmen, an den Wegesrand legen und uns daraus etwas schönes bauen, müssen wir sie nicht mehr mit uns herum schleppen und der Rucksack wir leichter.

Das Leben kann wieder leichter erlebt werden und wir können unseren Weg aufrecht gehend sehen und diesen dann auch gehen.

Ich erlebe es oft so das Menschen erst gar keinen Versuch wagen sich ihren Rucksack einmal von den Schultern zu nehmen um Steine heraus zu holen.

Die Angst sich bestimmte Dinge noch einmal anzuschauen ist einfach zu groß. Mit Hilfe von Außen lassen sich solche Themen aber ganz gut zusammen betrachten und der "Stein" darf gehen.

Unsere Steine formen uns zu den der wir sind

Ich gehörte vor ein paar Jahren auch noch zu den Menschen die ihre Vergangenheit für ihr Leid verantwortlich machte.

Schule, Eltern, Lehrer usw, alles mögliche wurde als Grund gesehen warum es mir schlechte ging.

Wir suchen immer die Schuld. Egal wo . Irgendwo muss sie ja sein. Warum dann nicht bei Erlebnsisen aus der Vergangenheit.

 

Heute bin ich für alles was in meinem Leben bis jetzt passiert ist dankbar. Egal ob schlimme Dinge oder schöne.

Sie formten mich zu dem Menschen der ich heute bin.

Jeder von uns wird genau zu dem Menschen der er sein soll. Wir alle erleben Dinge die wir einfach erleben sollen, nur wie wir damit umgehen macht uns das Leben eben scher oder leicht.

 

Denn wer kennst das nicht. Haben wir nicht alle aus den Situationen die nicht so einfach waren am meisten gelernt?


Mit dieser Sichtweise lässt sich der ein oder andere Stein in unserem Rucksack ganz anders betrachten. Hast du ihn schon einmal aus einer anderen Perspektive betrachtet. Kann es vieleicht sein das du aus genau dieser Situation sehr viel mitgenommen und gelernt hast?

Selbst wenn dich jemand mies behandelt hat, hast du wahrscheinlich daraus gelernt dich nicht mehr so behandeln zu lassen.


Versuche die Perspektive zu ändern und sein nicht so hart zu dir selbst.

 

Schreibt mir gerne eure Erfahrungen dazu hier in die Kommentare.

 

Alles liebe Euch

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Kommentare: 2
  • #1

    Ort, Irina (Freitag, 17 März 2017 21:02)

    Vielen Dank für den so ehrlichen und authentischen Einblick. Habe erst letzten Samstag einen Vortrag zum Thema: "Depression - die Dame in schwarz" gehalten. Dieses ist kein einfaches, aber ein sehr wichtiges Thema. Liebe Grüße

  • #2

    Zurück zum Herz (Montag, 20 März 2017 09:33)

    Liebe Irina
    vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Ich bin fest davon überzeugt, wenn ich es so ehrlich schreibe hilft es am meisten. Es ist ein sehr wichtiges Thema das stimmt und vor allem bei Müttern wie ich finde.

    Viele liebe Grüße Franziska