Mach mal langsam...

 

Kennen wir es doch alle nur zu gut. Die Meisten von uns doch schon von Geburt an.

Höher, schneller, weiter, mehr lernen, mehr Spielzeug, mehr Konsum.

Immer mehr von ALLEM.


Vor einiger Zeit habe ich hier einen klaren Stopp eingelegt. Am bewusstesten aber seit ich drei Kinder habe.

Die Frage was braucht dein Kind denn noch so, finde ich immer sehr schwierig. Nicht weil sie alles schon haben, sondern weil sie einfach wirklich nichts brauchen.

 

Wenn ich in die Kinderzimmer meiner Jungs schaue kommt mir ab und zu der Gedanke "Huch, haben meine Kinder denn überhaupt Spielzeug?"

Es beschränkt sich für alle drei Kinder auf Lego und Fahrzeuge von Bruder.

Jeder der Drei hat eine oder zwei Kisten mit Kleingrusch wie ich es nenne. Kleine Autos oder Überreste von Playmobil.

Weniger ist oft viel mehr

Mit diesen Fahrzeugen denken sie sich ständig neue Spielsituationen aus. Ob im Garten oder drinnen, auch der Tasuch untereinander klappt meist ganz gut.

Es werden Straßen aus Wäscheklammern gelegt und der Wohnzimmertisch wird schon einmal der Unterstand für die Fahrzeuge.

Bei Lego ist das meist genauso. Auch wenn sich der Tausch hier oft mals nicht so einfach umsetzten lässt.

Weniger Programm

Die Mehrzahl der Eltern die ich treffe, klagt über die ständig andauernde Fahrerei und den Termindruck am Nachmittag. Hierhin, dorthin, von der Schule oder Kindergarten nach Hause und dann auch schon wieder los zum nächsten Termin. Kurse, Vereine, Treffen. Druck den wir uns selbst machen.


An Nachmittagen an denen wir keine Verpflichtung haben (ich muss zwei Mal die Woche zum Pferd) fragen die Kinder oft wie ein kleines Duracellhäschen : " Was machen wir denn heute?" oder " Wo gehen wir denn heute hin?"

Meine Antwort lautet immer wieder mal: " Nichts" oder "Nirgends wir bleiben zu Hause"

Meist ernte ich dann erst gejammer oder auch mal gemaule. Kurz darauf stürzen sie sich aber in ihre Abenteuer.

Manchmal zusammen, manchmal mit Musik für sich alleine in ihrem Zimmer.

Sie sind dann froh um kein Programm, damit die eigenen Ideen verwirklicht werden könne. Lanschaften aus Lego bauen. Ganze Häuser mit der passenden Inneneinrichtung.

 

Ich bemerkte das dieser ganze Termindruck uns als Familie überhaupt nicht gut tut. Auch am Wochenende so wie dieses eines war, müssen wir nicht schon vorher wissen was wir alles machen.

Nein wir erlauben uns so lange zu brauchen bis wir los kommen oder auch einfach mal gar nichts tun.

Auch ohne Uhrzeit im Nacken, einfach losfahren mit dem Fahrrad ohne Plan und ohne Ziel. Anhalten an Stellen die interessant sind und die uns gefallen.

Wie wunderbar eintschleunigt und entspannt.


Ein kleiner Auszug aus einem unserer entspannten Tage:

 

Die beiden Großen kommen aus der Schule nach Hause. Wir essen zusammen ohne Zeitdruck das sie an die Hausaufgaben kommen. Den Jüngsten hole ich danach vom Kindergarten ab, in dieser Zeit können die Hausaufgaben in Ruhe erledigt werden.

Ganz spontan beschließen wir am Kindergarten das es heute Zeit ist um zum Frisör zu gehen. Gesagt, getan.

Nach dem die Haare uaf dem Kopf wieder einer Frisur gleichen, überkommt uns ein kleiner Hunger auf Eis. Wir holen uns also noch gefrorene Erdbeeren um diese dann alle zusammen zu Eis zu verarbeiten.

Mit diesem gemeinsam produzierten Genuss verziehen wir uns alle nach draußen in den Garten auf unsere Decken und schlemmen unser Eis.

Die Kinder spielen danach weiter mit ihren Fahrzeugen im Gras und ich kann sogar nachmittags diese Zeilen hier für euch schreiben.


Manchmal gehen wir auch einfach nur spazieren. In den Wald oder an den nahe gelegenen kleinen See. Seit neuesten haben wir einen kleinen Bach entdeckt, zu dem wir gehen und alle Möglichen Dinge dort ausprobieren können.

Wir beobachten die Bäume und die Tiere. Alles was sich im Laufe der Jahreszeiten so verändert.

Meist kommen die Kinder unter dem Laufen auch zum Reden, was sonst etwas auf der Strecke bleibt.


Was ich dir damit sagen möchte?


Wie oben schon geschrieben, ist manchmal weniger eben doch viel mehr.

Mehr Ruhe, mehr Gelassenheit, mehr Zeit, mehr Miteinander, mehr gesehen werden, mehr SEIN, einfach mehr Langsamkeit.


Bitte bekomm jetzt nicht die Krise und denke oh nein ich habe so viele Termine.

Fang klein an.

Stück für Stück, in deinem Tempo und in der Art und Weise wie es für dich und deine Familie richtig ist.

Alles was ich hier schreibe ist für uns als Familie schön.

Schau was für dich passt und setzte es langsam um.

 

Du verpasst dabei nichts!!

Oft habe wir gerade als Eltern immer den Druck von Außen das wir etwas verpassen könnten.

Was könnten wir denn verpassen?

 

Die Kindheit unserer eigenen Kinder!!!

Sie ist nur JETZT und begrenzt. Das ist das Einzige was du verpassen könntest.


Alles alles Liebe für euch

 

Franziska

Kommentar schreiben

Kommentare: 0