Wenn alles zu viel wird

 

Jeder kennt es, jeder hatte oder hat es.

Zu viel von allem. Jeder möchte dies oder das von einem haben. Zu viele Dinge sind zu erledigen, die man jetzt in diesem Moment einfach nicht schaffen kann aber möchte.

Bei manchen Menschen kommt dann noch hinzu das ein oder mehrere Kinder im Haushalt leben. Bei mir sind es drei und es sind auch gerade noch Ferien.


Wo fange ich an? Mit was fange ich an? Welcher Punkt auf meiner To-Do-Liste ist der Wichtigste der getan werden muss.

 

Normalerweise, wenn Schule und Kindergarten ist, habe ich den ganzen Vormittag Zeit mich meiner Liste zu widmen.

Ich kann dann nach und nach jeden Punkt abarbeiten und schaffe entspannt das Kochen bis die Jungs um 13:30 aus der Schule kommen. Der Nachmittag ist dann meistens mit Hausaufgaben und Alltag gefüllt.

Zeit für mich kann ich mir an solchen Vormittagen sehr gut für mich nehmen. Auch meine Arbeit die ich hier mit Zurück zum Herz mache stärkt mich sehr. Mich mit Themen und Menschen zu beschäftigen die mein Herz zum singen bringen ist einfach wunderbar und gibt meiner Seele die Bestätigung das sie gehört wird.

 

Diese Ferienwoche war anders...

Normalerweise ist es in den Ferien so das wir etwas länger schlafen als normal. Diese Ferien war es aber so das wir wirklich ALLE 4 bis 8 geschlafen haben, teilweise sogar länger. Das ist besonders für meinen großen Sohn total unnormal. Er schläft seit seiner Geburt vor 11 Jahren eher wenig bis sehr wenig.

Aber ok. Mir war das ganz recht.


In diesen Ferien stritten die Kinder wieder besonders viel. Um alles. einfach um alles. Jeder Blick war zu viel oder in die falsche Richtung.

Diese Laune schaukelte sich jeden Tag ein kleines Stückchen höher. Dazu kam dann noch das wir durch dieses lange Schlafen und morgens langsam machen eigentlich nie zu einem Ausflug kamen.

Wir traten uns sozusagen den ganzen Tag auf den Füßen herum.


Auch große Kinder haben Schübe...

Die größte Herausforderung ist aber gerade mein großer Sohn. Er zeigt gerade ein Verhalten das mich sehr stark an die Zeit mit einem Säugling erinnert. Ich muss ständig und zu 100% verfügbar sein. Kein Gedanke gehört mir alleine. Immer anwesend und auf Empfang sein.

Das strengt an, zumal ich es ja unter der Woche anders gewohnt bin.


Jeden Tag wollte ich also was für mich und für "meine Arbeit" tun und konnte nicht, weil gefühlt immer ein Kind schon wieder an einem Arm hing und mich mitschleifte.

Sie forderten meine komplette Aufmerksamkeit.

 

Meine einzige Möglichkeit mich zurück zu ziehen ist zwei Mal in der Woche nachmittags das Stall ausmisten bei meinem Pferd.

Die Kinder können nicht mit rein, weil die Pferde im Auslauf sind und ich immer schauen muss das nichts passiert.

Also los. Selbst meine Oma merkte: "Ich seh schon du kannst jetzt nicht sprechen. Geh zum nichts denken."

Genau das war es: Nichts denken, nichts entscheiden.

 

Mit der wunderbaren Melanie Mittermaier im Ohr ging ich also los und ich hörte so vor mich hin. Zu ihrer Seite kommst du hier.

Wunderbar. Sie hat mir wirklich diese Woche jedes Mal mit ihrer Art den Tag gerettet.

 

Freitag und Samstag dachte ich dann es ist vorbei. Dieser Übergang, die Umstellung auf Ferienmodus.

 

Der Sonntag wollte es aber wirklich wissen

An diesem Sonntag war ich vormittags so produktiv wie die ganze Woche nicht. Die Buchhaltung für Mai (für die Firma meines Mannes) konnte ich fertig erledigen und die Erdbeeren die meine Oma mir gegeben hatte wurden auch fertig gemacht. Dann war es 13 Uhr.

Ich hatte nur gefrühstückt und wollte meinen Kafee trinken gehen, Pause, ein paar Minuten nur für mich.

Pustekuchen. Ständig Stimmen, ständig Gerede und Geräusche. Selbst auf der Terasse, denn die Nachbar haben ja auch Sonntag.

Die Kinder wollten nirgends hin also blieben wir im Garten. Wasserschlacht. Meine Nerven hingen eh schon auf halb acht. Es wurde also nicht besser wie ihr euch bestimmt denken könnt.

 

Da ich noch zum Stall musste packten wir die Kinder ein und fuhren los.

Ein paar Minuten Ruhe, ohne Kinder. Nur mit mir.

 

Als ich bei meiner Oma noch kurz in der Küche saß um mit ihr zu sprechen, merkte ich da bereits das meine Augen zeitweise nicht mehr das machten was ich wollte.

Mir wurde nicht schwummerig aber sie wollten nicht mehr gerade aus schauen.

Hört sich bestimmt lustig an, in dem Moment war es das auch fast noch.


Ich zupfte mich noch ein paar Hollunderblüten um daraus etwas zu kochen und fuhr nach Hause.

Zum Abendessen wollten wir Spargelsuppe machen. Ja der musste aber auch noch geschält werden.

Da ich da echt pingelig bin was die Schale angeht, machte ich auch das selbst.

Schon beim schälen merkte ich, stopp ich kann kaum noch gedanklich anwesend bleiben.

Ständig musste ich mich daran erinenrn das ich jetzt nicht schlafen kann .

Schlafen? Selbst hier merkte ich immer noch nicht war hier gerade passierte und das es kurz vor knapp war.


Plötzlich überkam mich ein so komsiches Gefühl. Ich kannte dieses Gefühl. Als Kind hatte ich es schon einmal.

OHNMACHT.

Ich war kurz davor in Ohnmacht zu fallen. Mein Körper sendete mir den ganzen Tag schon diese Signale das es zu viel war und jetzt stand es kurz vor 12.

 

Ich sagte meinem Mann er sollte mir schnell was zu trinken bringen sonst fall ich vom Stuhl. Zum Glück sah er das es ernst war und reagierte schnell.

Gekocht hat auch er dann.

 

Selbst die Kinder erkannten das es real war und es war beim Abendessen erstaunlich ruhig.

Das tat gut.

Als mein Mann die Kinder dann ins Bett gebracht hatte, ging ich in Ruhe duschen und kurz darauf auch gleich ins Bett.

Ein neuer Tag, ein neues Glück...

...so heißt es doch oft?

Genau so war es dann auch. Ich hatte mir gestern schon eine Liste (ja schon wieder eine) geschrieben mit Dingen die ich diese Woche erledigen sollte.

ABER

Mit dem Erlebnis der letzten Tage, schrieb ich mir Sachen darauf die wirklich wichtig  und auch erledigbar sind.


Warum geht es mir heute wieder besser?

 

Der erste große Punkt ist der, ich habe gemerkt das es wieder mal die Gedanken sind die ich habe, die mich so fertig machen.

Dieses ständige: Oh du hast so viel zu tun und schaffst nichts. Ständig dieses sich selbser Auspeitschen

Das stoppte ich heute. Wenn es nicht erledigt wird dann eben nicht.

Meine Kinder sind JETZT in dem Alter in dem sie mich brauchen. PUNKT

Andere Situationen erfordern anders handeln.

 

Der zweite Punkt ist der, das mein 11 jähriger "Säugling" heute bei seinem Opa mit auf der Baustelle ist. Wie entspannt es ist mit nur zwei Kindern. Erstaunlich. Immer wieder.

 

Der dritte und bedeutenste Punkt ist der, das mein jüngster Sohn oft ab besten weis was uns alle wieder aufläd.

"Ich will in den Wald!!!" Brüllte er heute vormittag durch die Küche als ich meinen Laptop auf dem Küchentisch platzierte.

 

Wenn ich diese Situation nicht schon so oft erlebt hätte, wäre ich jetzt wieder ins nächste Loch gefallen.

ABER

Ich entschied, er hatte sowas von Recht. Also Fahrräder geholt und ab in den Wald. Wir fuhren heute ganz mutig neue Wege, kleine und sehr schmale Wege. Eine richtige Urwaldltour wurde das heute.

Langsam in schönem Kindertempo. Wir hörten den Vögeln zu, schlichen um Bäume um Nester zu entdecken und fuhren durch Blättertunnel.

 

Wir drei kamen hier so entsapnnt und locker zu Hause an, das ich diesen Artikel in einem Rutsch schreiben konnte.

Die Liste ist schon halb erledigt und zwei Punkte kommen heute nachmittag noch dran.

Im Ohr habe ich Alpha-Waves die das Gehirn entspannen und besser denken lassen. (Kann ich im übrigen wärmstens empfehlen)


Was möchte ich mit diesem Artikel ausdrücken?

 

Auch wir Menschen, die Andern helfen ihren Weg zu gehen, stehen manchmal im Nebel und sehen uns kaum noch.

Auch wir vergessen ab und an mal langsam zu machen.

Auch wir sind einfach nur Menschen, wie du auch.

 

Auch wenn es Zeiten gibt die fordernder sind als andere, vergiss dich nicht.

 

 

Du bist so unendlich WERTVOLL!!!!!

Ich danke dir fürs lesen und alles alles LIEBE wünsche ich dir!!!

 

Franziska

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