Nimm an was gerade da ist?

Geben ist seliger als nehmen!

Wenn du gibst, bekommst du auch zurück!

Wer nimmt ist gierig!

Wenn ich nehme, nehme ich jemandem etwas weg!

Wie in vielen anderen Bereichen auch schwirren mir solche Glaubenssätze durch den Geist.

Was aber bedeutet Annehmen denn wirklich?

 


Im heutigen Blogeintrag möchte ich dich sensibel machen für das Annehmen.

 

Ich war mit meiner Familie zwei Wochen im Urlaub. Wir sind mit dem Wohnwagen losgezogen.

Drei Stellplätze, drei Mal neue Umgebung, neue Geräusche und neue Menschen. Fast täglich wechselten die "Nachbarn" neben uns.

 

In diesem Urlaub durfte ich so hautnah erfahren was es bedeutet das anzunehmen was gerade ist und wie viel Frieden das im Inneren bringen kann.


Im Alltag kann man oft Dinge die einem nicht passen ändern. Ich kann wo anders hin gehen oder mir eine andere Beschäftigung oder einen anderen Ausflug aussuchen. Kann mich drinnen beschäftigen wenn das Wetter schlecht ist z.B.

Mit dem Wohnwagen geht das nicht so einfach.

 

Wenn auf dem Stellplatz die Nachbarn laut sind, ist das einfach so. Wenn die Duschen nicht so sauber sind wie bei mir zu Hause, dann ist das eben so.

 

 

Der innere Widerstand

Zuerst stellte sich in meinem Inneren etwas auf. Stemmte sich dagegen und wurde fest und unbiegsam. Ich spürte wie mein Körper und mein Geist sich immer weniger bewegen wollten.

 

Doch dann kamen Fragen in meinen Kopf.

 

 

"Hilft es dir wenn du dich jetzt so verschließt?"

"Kannst du jetzt eine schöne Zeit haben wenn du dich jetzt so blockierst?"

 

 

Die erste Reaktion war DAGEGEN. Wie er kleines Kind das etwas tun muss was es nicht möchte. Das Dinge aushalten muss die es nicht ändern kann.


Im nächsten Moment aber bemerkte ich wie sehr sich mein Ego hier wieder einmischte. Ich suchte die Stimme meines Herzens und spürte in mich hinein.

 

"Hilft es mir jetzt weiter hier so einen inneren Aufstand zu machen?"

 

Nein!!!

 

Es bringt mich kein Stück weiter zu mir und zu einem harmonsichen Urlaub.

 

So setzte ich mich hin. Abends als die Kinder schliefen. Spürte in mich hinein und merkte wie ruhig es geworden war in mir.

Das kleine Kind hatte nach Hause gefunden. Es durfte ankommen und musste nicht weiter in mir rebellieren. Es wurde gesehen und konnte heilen.

 

Es saß da und konnte in Frieden beobachten wie das Leben eben ist. Nie konstant.

 

Bis wir den Stellplatz wechselten.


Wir mussten einpacken, das Vorzelt abbauen und am nächsten Vormittag ging es weiter.

Draußen wurde es immer heißer und ich immer unruhiger. War es nicht dort wo wir vorher waren besser?

 

Auch hier kam mir eine Stimme in den Kopf die sagte:

 

Das was war kannst du nicht wieder haben und das was kommt kennst du nicht, das Einzige was du in der Hand hast ist das HIER UND JETZT. Entscheide dich wie du dich fühlen möchtest!

 

Ja das war es, das was auf dem Stellplatz war konnte ich nicht wieder haben. Nie wieder.

Ich konnte nur den Augenblick annehmen genau so wie er war. Mit allem was darin lag.

 

Unser zweiter Stellplatz war staubig. Es war heiß und heiß und heiß. Egal was man tat es war heiß.

Erst dachte ich mir wieder. Oh wie schlimm. Doch dann erinnerte ich ich an die Stimme.

 

JETZT ist mein Leben. Jetzt bin ich hier. Wenn ich mich in negative Gedanke hülle verschließe ich mich dem Leben. Ich verschließe mich für die Schönheit die mir das Leben zu bieten hat.

 

Und so verbrachten wir wunderschöne Tage am Meer.

 

Bis wir wieder weiter zogen.

Es kommt immer wieder die gleiche Prüfung, bis sie verstanden ist.

Wir packten ein bauten das Vorzelt ab und am nächsten Tag fuhren wir weiter.

Der Wetterbericht sagte dort Regen an und 18 Grad. Hier waren es 28 Grad bereits am Morgen.

 

Ich wollte wieder nicht weg. Wollte keinen Regen. Wollte Sonne und Meer.

Es half auch nicht die Erinnerung an die Stimme in meinem Kopf.

Alles sperrte sich in mir.

Wir fuhren weiter und es wurden 35 Grad unterwegs. Der Wetterbericht zeigte am Ziel immer noch 18Grad an.

Ich hätte am liebsten die ganze Autofahrt geweint. So schlimm war der Gedanke.

Wie schön war doch die Wärme.

 

Die Lösung für meine Not kam allerdings erst als das schlechte Wetter in Sichtweite kam. Es hing direkt zwischen den Bergen auf die wir langsam zufuhren.

 

Ich sah mich konfrontiert mit diesem Wetter. Wie ein dunkler Schatten lag es da zwischen den mächtigen Bergen.

Es grinste mich an und sagte: Ich bin sowieso hier, du bekomsmt mich nicht weg.

 

Ich wollte weglaufen. Zurück. Nur nicht vorwärts.

Hör auf deine Seele

Plötzlich meldete sich meine Seele zu Wort.

 

Sie sagte mir ganz liebevoll:

 

"Probier den Moment anzunehmen."

 

Wie soll ich das machen?

 

"Du kennst den Weg. Er führt dich in die Liebe hinein. Atme in deinen Widerstand und du wirst sehen was passiert."

 

Ich vertraute ihr. Ich sah die dunklen Wolken. Schloss meine Augen und atmete in meinen Widerstand hinein. Er war so dunkel und zäh.

 

Erst war es als ob sich langsam mit jedem Atemzug die Farbe ändern würde. Langsam ganz langsam merkte ich wie ich mit jedem Mal atmen weicher wurde. Der Widerstand wurde weicher. Es war als ob es nur noch leichter Nebel war der jetzt in mir waberte.

Mit ein paar weichen Atemzügen durfte auch dieser abfließen.

 

Ich öffnete meine Augen und plötzlich war da diese Wolke die mir zuwinkte und sagte:

 

"So und jetzt mit ner Arschbombe rein ins Abenteuer!!"

 

Ich freute mich darauf. Es konnte sein. Das JETZT.

 

Wir mussten zwar bei !! 15Grad!! unser Vorzelt im Regen aufbauen, aber so hatten wir halt eben ein breites Spektrum an Campingerfahrung sammeln dürfen. Ich bin sehr dankbar darüber.

Frieden schließen mit dem JETZT

Die Erkenntnis aus diesem Urlaub ist mein Geschenk für dich.

 

Schließe Frieden mit dem JETZT. Wenn du es nicht aktiv ändern kannst, dann nimm es an, es wird ein Geschenk für dich bereit halten.

 

Wie in den Sätzen ganz oben beschrieben wurde uns das Annehmen nie beigebracht. Ja es ist heute noch bei einigen etwas Schlimmes.

 

Es fühlt sich am Anfang nicht richtig an, wie Aufgeben, oder komsich wenn man es übt. Je öfter du es aber praktizierst desto angenehmen und einfacher wird es werden. 

 

Kämpfe nicht gegen dein Hier und Jetzt.

 

Frieden beginnt bei dir.

 

 


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Kommentare: 2
  • #1

    Andreas (Dienstag, 14 November 2017 22:15)

    Liebe Franziska,
    oh ja... so etwas kenne ich gut... bis man gelenrt hat, in die Hingabe, ins Annehmen zu gehen. Ich kenne auch dieses seltsmae Gefühl, was mir vermitteln will, dass es aufgeben ist. Ich bin auch irgendwie noch dabei, dass besser zu differenzieren.Was denkst du, wie man den Unterschied beschreiben könnte?

  • #2

    Franziska (Mittwoch, 15 November 2017 09:07)

    Hallo Andreas
    Danke für deinen Eintrag. Der Unterschied für mich besteht darin das ich im frieden damit bin was gerade ist. Aufgeben finde ich ist wenn ich resigniere und mich als Opfer wahrnehme. Wenn ich denke ich kann nichts daran ändern.
    Wenn ich persönlich aber hinschaue und mich den Gefühlen stelle die nach oben kommen wollen, dann kann ich etwas bewirken. In mir und somit auch in meinem Umfeld.
    Viele liebe Grüße
    Franziska